Frisch erzeugte Hackschnitzel aus Waldrestholz als erneuerbarer Brennstoff für regionale Biomasseheizwerke. Foto: Simon Lipp / Bayerische Staatsforsten
16. März 2026, Sonthofen – In den Revieren des Forstbetriebs Sonthofen der Bayerischen Staatsforsten wird anfallendes Waldrestholz – also Äste, Kronenmaterial und minderwertiges Holz, das nicht als Stammholz verwertbar ist – zu hochwertigen Hackschnitzeln verarbeitet. Das Material, das sich nicht für die Säge- oder Möbelindustrie eignet, wird energetisch genutzt und ersetzt damit fossile Brennstoffe wie Öl. Da Hackschnitzel nur so viel CO₂ freisetzen, wie der Baum zuvor gebunden hat, gelten sie als besonders klimafreundliche Alternative. Gleichzeitig bleiben Transportwege kurz und die regionale Wertschöpfung gestärkt.
Revierleiter Simon Lipp erklärt: „Waldrestholz fällt bei mir im Revier Kürnach-Süd vor allem in den steilen Lagen an. Im Steilhang muss auch das Kronenmaterial der Fichte aus dem Wald gebracht werden, damit sich der Borkenkäfer nicht rasant verbreitet. Kronenmaterial der Buche lassen wir dagegen häufig im Wald, um den ökologischen Wert der Staatswälder für Pilze, Insekten und Spechte zu steigern – ein Ausgleich zwischen Waldschutz und Ökologie.“
Das Waldrestholz wird mithilfe eines mobilen Hackers direkt vor Ort zu gleichmäßigem Hackgut verarbeitet. Anschließend gelangt es entweder direkt zu Kunden oder wird auf einem Zwischenlagerplatz im Kürnachtal gelagert. Zu den Abnehmern zählen kommunale Einrichtungen sowie regionale Biomasseheizwerke, die auf verlässliche und erneuerbare Brennstoffe angewiesen sind.
„Unsere Wälder liefern nicht nur den hochwertigen Rohstoff Holz, sondern auch nachhaltige Energie“, betont Jann Oetting, Leiter des Forstbetriebs Sonthofen. Die Bereitstellung von Hackschnitzeln leistet einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende. Sie gelten als preisbeständig, erneuerbar und besonders verlässlich – ein Vorteil für öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Druckluftbetreiber moderner Biomasseanlagen.