20. März 2026, Nürnberg – Zum internationalen Tag des Waldes zieht der Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten eine positive Zwischenbilanz: Der Waldumbau im Nürnberger Reichswald macht große Fortschritte, die Pflanzsaison läuft auf Hochtouren und auch die Waldschutz‑Situation gestaltet sich aktuell überwiegend entspannt.

 

Jedes Jahr werden im Nürnberger Reichswald rund 180.000 junge Bäume gepflanzt. Ziel ist es, den überwiegend aus Kiefer bestehenden Altbestand systematisch zu stabilisieren und langfristig widerstandsfähiger gegen Klimastress zu machen. Dazu setzt der Forstbetrieb auf klimaresistente Laub- und Mischbaumarten, die unter dem lichten Kiefernschirm heranwachsen und dadurch optimale Startbedingungen erhalten.

 

Waldumbau läuft besser als geplant

Der Forstbetrieb Nürnberg hat seine ambitionierte Planung für den Waldumbau sogar übererfüllt: Bereits jetzt liegt er 30 Prozent über den vorgesehenen Flächenzielen, was rund 100 Hektar zusätzlicher Stabilitäts- und Mischwaldflächen entspricht. Dieses Ergebnis bestätigt die konsequente Ausrichtung auf Zukunftswälder, die Hitze- und Trockenperioden besser überstehen.

 

„Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit sind die zahlreichen Praxisanbauversuche, die im gesamten Reichswald angelegt wurden“, erklärt Forstbetriebsleiter Johannes Wurm. „Sie liefern entscheidende Hinweise darauf, welche Baumarten mit den klimatischen Veränderungen der kommenden Jahrzehnte am besten zurechtkommen.“ Aktuell erprobt der Forstbetrieb unter anderem:

 

  • Esskastanie
  • Atlas- und Libanonzeder
  • Flaum- und Zerreiche
  • Rotbuche aus französischen Herkünften
  • Weißtanne aus Rumänien
  • König-Boris-Tanne

 

Die Mischung aus bewährten heimischen Baumarten und klimaresilienten Arten aus europäischen Nachbarregionen soll die Stabilität des Reichswaldes dauerhaft erhöhen.

 

Verkehrssicherung im gesamten Betriebsgebiet läuft noch

Nach den überschaubaren Schneebruch-Ereignissen im Januar und Februar sind die „Aufräumarbeiten“ in allen elf Forstrevieren in den letzten Zügen – im Wesentlichen ging es hier um die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit. Forststraßen mussten freigeräumt und lose Kronenteile sowie einige schräg stehende Bäume entfernt werden.

 

Borkenkäfersituation insgesamt entspannt

Aktuell zeigt sich der Forstbetrieb beim Thema Borkenkäferbefall überwiegend beruhigt. Die unter Schneelast abgebrochenen Kronen der Kiefern bieten kaum Brutraum für Schädlinge, weshalb hier keine akute Gefährdung besteht. Deutlich sensibler bleibt die Lage bei der Fichte, deren Borkenkäferarten wie der Buchdrucker wesentlich aggressiver sind. Zwar war der Befall im Nürnberger Reichswald im vergangenen Jahr besonders niedrig – sogar unter dem ohnehin geringen Durchschnitt der Bayerischen Staatsforsten, die zuletzt ein Zehn-Jahres-Tief verkünden konnten. Dennoch bleibt die Devise: „Saubere Waldwirtschaft“ – also geworfene oder gebrochene Fichten möglichst zeitnah aufarbeiten und aus dem Wald bringen. „Hier ist kontinuierliche Aufmerksamkeit entscheidend,“ so Johannes Wurm.

Forstwirte bei der Frühlingspflanzung

Forstwirte des Forstbetriebs Nürnberg bei der Frühlingspflanzung unter dem Schirm von Altkiefern.                        Foto: Sebastian Linstädt, BaySF