Teilnehmer am Pirschbezirkabend

(Foto: BaySF)

09. April 2026, St. Martin – Am Abend des 8. April lud der Forstbetrieb St. Martin alle Pirschbezirksinhaber zu einem Informationsaustausch ein. Der Besprechungssaal des Forstbetriebs war gut gefüllt – ein deutliches Zeichen für das große Interesse an den aktuellen jagdlichen und waldbaulichen Themen.

 

Forstbetriebsleiter Thomas Zanker stellte gemeinsam mit den jagdlich Verantwortlichen, Revierleitern und Berufsjägern die Jagdstrategie zum Start in das neue Jagdjahr vor. Dabei wurde die zentrale Rolle der Pirschbezirksnehmer hervorgehoben: Mit deutlich über 50 Prozent der Gesamtabschüsse tragen sie maßgeblich zur Abschusserfüllung am Forstbetrieb bei.


Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die waldbaulichen Ziele, die eine gezielte jagdliche Unterstützung erfordern. So soll der Anteil der Tanne, der derzeit bei rund sieben Prozent liegt, in den kommenden 50 bis 100 Jahren mehr als verdoppelt werden. Auch die Buche als wichtigste Laubbaum-Mischart im Bergwald des Forstbetriebs soll weiter gestärkt werden. Langjährige Inventuren zeigen hierbei eine positive Entwicklung: Während in den 1990er-Jahren noch über 20 Prozent der Tannen im Leittrieb verbissen waren, liegt dieser Wert laut letzter Inventur bei nur noch zehn Prozent. Gleichzeitig hat die Tannenvorausverjüngung deutlich zugenommen.


Ein weiteres positives Ergebnis konnte im Jagdjahr 2025 beim Rotwild verzeichnet werden. Der Anteil der Zuwachsträger am Gesamtabschuss lag bei 40 Prozent. Dieser Erfolg wurde unter anderem durch eine dreiwöchige Intervalljagdpause im Sommer in der Regiejagd unterstützt, die insgesamt zu besseren Jagderfolgen führte. Auch für das neue Jagdjahr wurde daher ausgegeben, den Fokus erneut auf die Bejagung von Zuwachsträgern zu legen.


Zanker appellierte zudem an die Jägerschaft, verstärkt im Team zu jagen und sowohl Morgenansitze als auch Schneelagen im Herbst intensiver zu nutzen, um die Jagd effizient und waidgerecht zu gestalten.
Gemeinsam mit Berufsjäger Schmuck stellte der Forstbetriebsleiter außerdem die in den vergangenen zehn Jahren errichteten Rotwildwintergatter vor. Trotz der hohen Errichtungskosten – inklusive Futterstadeln – bewähren sich diese Einrichtungen in mehrfacher Hinsicht. Durch die Bündelung des Rotwildes im Wintergatter werden Störungen durch winterliche Freizeitnutzer wie Skitourengeher oder Variantenfahrer deutlich reduziert. Infolgedessen kommt es zu erheblich weniger Schälschäden durch sogenannte Außensteher.


Bei einer gemeinsamen Brotzeit und vielen persönlichen Gesprächen klang der informative Abend in angenehmer Atmosphäre aus.