Winfried Pfahler prägte den Forstbetrieb Fichtelberg über mehr als 17 Jahre und verabschiedet sich nach über vier Jahrzehnten im öffentlichen Forstdienst in den Ruhestand. Foto: BaySF
27. Juli 2026, Fichtelberg – Am Forstbetrieb Fichtelberg der Bayerischen Staatsforsten steht ein Wechsel an der Spitze bevor. Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler verabschiedet sich nach mehr als 40 Jahren im öffentlichen Forstdienst und nach über 17 Jahren an der Spitze des Forstbetriebs Fichtelberg in den Ruhestand. Zum 1. August übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Martin Hertel dessen Leitung. Mit Hertel folgt ein ausgewiesener Waldexperte, der den Betrieb seit vielen Jahren von der Pike auf kennt und geprägt hat. Er wird die erfolgreiche Entwicklung gemeinsam mit den Beschäftigten fortsetzen.
„Mit Winfried Pfahler verabschieden wir einen sehr verdienten Forstbetriebsleiter, der den Forstbetrieb Fichtelberg über viele Jahre mit großer Fachkompetenz, Weitsicht und Leidenschaft geprägt hat“, sagte Staatsforsten-Vorstand Rudolf Plochmann bei der Verabschiedung. „Gleichzeitig freuen wir uns, mit Martin Hertel einen Nachfolger zu gewinnen, der unser volles Vertrauen genießt. Er ist hervorragend in der Region vernetzt, kennt den Forstbetrieb seit vielen Jahren und wird die erfolgreiche Arbeit nahtlos fortführen. Damit ist gewährleistet, dass die enge Zusammenarbeit mit Kommunen, Verbänden, Waldbesitzern und der Politik zum Wohle von Wald und Mensch vor Ort erfolgreich weitergeführt wird.“
Ziel: Der beste Wald für Fichtelberg
Martin Hertel verbindet langjährige Führungserfahrung mit einer klaren Vision für die Zukunft der Wälder im Fichtelgebirge. Sein Ziel beschreibt er – in Anlehnung an die Unternehmensvision der Bayerischen Staatsforsten - mit einem klaren Anspruch: „Wir wollen den besten Wald für das Fichtelgebirge.“ Gemeint ist damit ein Wald, der auch in 50 oder 100 Jahren seine vielfältigen Funktionen für Mensch und Natur erfüllen kann – trotz der Herausforderungen des Klimawandels.
Im Mittelpunkt stehen für den künftigen Forstbetriebsleiter der Waldumbau, eine höhere Baumartenvielfalt und die Förderung der Biodiversität. Unterschiedliche Baumarten sollen die Wälder widerstandsfähiger machen und Risiken streuen. Dabei setzt Hertel auf die Unterstützung natürlicher Prozesse.
Gleichzeitig versteht er sich als nahbare Führungskraft. Er möchte weiterhin viel Zeit im Wald verbringen und die praktische Arbeit unmittelbar begleiten. „Die Herzkammer unseres Unternehmens ist der Wald und die Arbeit im Wald“, betont Hertel. Verantwortung zu übertragen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Vertrauen entgegenzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, sind für ihn wichtige Grundsätze der Zusammenarbeit.
Besondere Schwerpunkte sieht Hertel zudem in den Bereichen Naturschutz, Wald und Wasser sowie in einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit. „Ich möchte die Menschen hinter der täglichen Arbeit im Wald sichtbar machen und die Leistungen der Beschäftigten in den Mittelpunkt rücken.“
Martin Hertel wurde am 6. Februar 1961 in Bayreuth geboren. Nach dem Abitur und seiner Zeit als Soldat bei den Gebirgsjägern studierte er Forstwirtschaft an der Fachhochschule Freising-Weihenstephan und trat 1986 in den Staatsforstdienst ein.
Seine berufliche Laufbahn führte ihn über verschiedene Funktionen in den Forstämtern Wunsiedel und Weißenstadt sowie an das Amt für Landwirtschaft und Forsten Bamberg. Seit 2007 ist Hertel am Forstbetrieb Fichtelberg tätig – zunächst als Leiter der Servicestelle, seit 2016 als stellvertretender Forstbetriebsleiter.
Mit Winfried Pfahler endet eine Ära am Forstbetrieb Fichtelberg. Der gebürtige Eichstätter studierte Forstwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und trat 1987 in den höheren Forstdienst ein. Nach verschiedenen Funktionen in Wunsiedel, Bayreuth und bei der Bayerischen Forstverwaltung wurde er 2009 Forstbetriebsleiter in Fichtelberg. Seitdem hat er die Entwicklung des Betriebs entscheidend mitgeprägt.
Besonders freut sich Pfahler über die Fortschritte beim Waldumbau. „Mehr als die Hälfte der Wälder ist bereits mit den gewünschten Baumarten vorausverjüngt“, sagt er. Damit seien wichtige Grundlagen geschaffen worden, um die Wälder im Fichtelgebirge fit für die Zukunft zu machen.
Ein zentrales Anliegen war ihm stets die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten. „Es war mir jeden Tag eine Freude, diesen Forstbetrieb zu leiten. Ich hatte überaus engagierte Mitarbeiter“, sagt Pfahler rückblickend. Besonders die Kontinuität im Team und das hohe Engagement der Belegschaft hätten den Forstbetrieb geprägt. Seinen Führungsstil habe er stets darauf ausgerichtet, die Stärken der einzelnen Mitarbeiter zu fördern und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Offenheit, Vertrauen und Freude an der Arbeit möglich waren“, so Pfahler.
Pfahler pflegte über Jahrzehnte hinweg enge Kontakte zu Kommunen, Behörden, Verbänden, Waldbesitzern, Jägern und zahlreichen weiteren Partnern. „Vernetzung ist das Allerwichtigste überhaupt, ohne Vernetzung läuft gar nichts“, betont er.
Nach seinem Ausscheiden freut sich Pfahler auf mehr Zeit für seine Familie, insbesondere für seine drei Enkelkinder. Auch seine musikalischen Leidenschaften – Klavier, Zither und Violine – sowie die Arbeit im eigenen Garten sollen künftig wieder mehr Raum erhalten.
„Ich bin sehr dankbar für die vielen Jahre am Forstbetrieb Fichtelberg und für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit einer außergewöhnlichen Mannschaft. Martin Hertel kennt den Betrieb hervorragend und wird ihn mit Kompetenz, Augenmaß und Engagement weiterführen“, sagt Pfahler.