Christoph Mende, Förster beim Forstbetrieb Fichtelberg montiert einen Fledermauskasten am Rand der Königsheide (Foto: BaySF/ Martin Hertel)
06. März 2026, Warmensteinach – Mit über hundert neuen Quartieren stärkt der Forstbetrieb Fichtelberg der Bayerischen Staatsforsten gezielt die Lebensräume heimischer Fledermäuse im Fichtelgebirge – ein wichtiges Signal für aktiven Artenschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.
Wenn in der Dämmerung rund um die Königsheide die ersten lautlosen Schatten durch die Luft gleiten, beginnt die Jagdzeit einer hochspezialisierten Tiergruppe: Fledermäuse. Viele der über 20 in Bayern nachgewiesenen Arten stehen auf der Roten Liste. Als natürliche Insektenjäger leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur ökologischen Stabilität naturnaher Wälder. Mit ihrer Echoortung können sie pro Nacht mehrere Tausend Insekten erbeuten und regulieren damit wichtige Populationen.
Um die streng geschützten Tiere zu fördern, hat der Forstbetrieb Fichtelberg mehr als zweihundert neue Nisthilfen im westlichen Fichtelgebirge angebracht. Von schmalen Flachkästen bis zu geräumigen Großhöhlen deckt die Maßnahme unterschiedliche Ansprüche verschiedener Fledermausarten ab. Teilweise wurden die Kästen als „Quartierkomplexe“ gruppiert, um dem geselligen Verhalten der Tiere entgegenzukommen.
Alte Laub- und Mischwälder mit Spalten, Rindentaschen oder Spechthöhlen bieten optimale Lebensräume – Strukturen, die erst im Laufe vieler Jahrzehnte entstehen. Künstliche Quartiere schließen vorhandene Lücken, bis neue Habitatbäume nachwachsen. Im Sommer nutzen Weibchen warme Wochenstuben zum Aufziehen ihrer Jungen, während viele Arten im Winter frostfreie Felsbereiche oder Höhlen aufsuchen.
Die Region rund um die Königsheide und das Steinachtal bietet mit ihren abwechslungsreichen Wäldern, Waldrändern und Felsbereichen ideale Voraussetzungen. Mit den neuen Nisthilfen wird das Angebot für Tages-, Winter- und Fortpflanzungsquartiere deutlich ausgeweitet. Fachlich begleitet wird das Projekt von der Fachstelle Waldnaturschutz der Bayerischen Forstverwaltung. Die Standortwahl erfolgt nach klaren Kriterien wie Nähe zu Jagdhabitaten und geeigneter Besonnung.
Im kommenden Jahr soll die Hochschule Freising die Vorkommen erfassen und die Wirksamkeit der Maßnahmen wissenschaftlich bewerten. Für Förster Christoph Mende ist klar: „Artenschutz ist heute ein selbstverständlicher Bestandteil nachhaltiger Waldbewirtschaftung.“