Forstbetrieb München, 08. April 2026 – Mit den ersten milden Frühlingstagen beginnt im Forstrevier Giesinger Waldhaus erneut die alljährliche Froschwanderung. Sobald die Temperaturen nachts stabil über etwa 5 bis 7 Grad Celsius liegen, machen sich die Amphibien auf den Weg zu ihrem traditionellen Laichgewässer. Einige von ihnen kehren dabei exakt zu jenem Tümpel zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind – ein beeindruckender Orientierungssinn, der jedes Jahr aufs Neue zu beobachten ist.

 

Um die Tiere während dieser sensiblen Phase zu schützen, hat die Kreisgruppe München Bund Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb München den Weiher neben dem beliebten Hirschbrunnen vorübergehend abgesperrt. Revierförster Korbinian Staufer bittet Waldbesucherinnen und -besucher um Verständnis: „Die Absperrung ist nur temporär und dient dazu, dass unsere kleinen Amphibien in Ruhe laichen können und sich die Kaulquappen ungestört entwickeln.“ 

 

Besonders wichtig sei es, Hunde in dieser Zeit anzuleinen und auf den Wegen zu bleiben. „Damit es den Fröschen gut geht, brauchen sie seichte, stehende Gewässer wie diesen Tümpel. Schon kleine Störungen – etwa aufgewühlter Schlamm oder Trittschäden – können den Laich beeinträchtigen“, erklärt Staufer.

 

Die Wanderung der Frösche ist nicht nur ein faszinierendes Naturereignis, sondern auch ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Ökosystems. Amphibien reagieren äußerst sensibel auf Umweltveränderungen; ihr Rückgang gilt als frühes Warnsignal für ökologische Probleme. Umso bedeutsamer ist es, ihnen während der Fortpflanzungszeit sichere Bedingungen zu bieten. Viele Tiere legen auf ihrem Weg mehrere hundert Meter zurück und sind dabei zahlreichen Gefahren ausgesetzt – vom Straßenverkehr bis hin zu freilaufenden Hunden.

 

„Besonders die Erdkröte heftet ihre Laichschnüre bevorzugt an Wasserpflanzen oder Grasbüschel im Flachwasserbereich an. Diese Strukturen bieten Halt und schützen den Laich vor Wellenschlag und Fressfeinden – ein weiterer Grund, warum ungestörte Uferzonen in dieser Zeit so wichtig sind.“, so Michael Schweimanns, Arbeitskreisleiter des Bund Naturschutz München. 

 

Der Forstbetrieb München bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern für ihre Rücksichtnahme. Mit etwas Geduld und Umsicht kann die Frosch- und Krötenwanderung auch in diesem Jahr erfolgreich verlaufen und einen wertvollen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Amphibien leisten.

Staufer bei der Absperrung am Teich

Förster Staufer an der Absperrung des Weihers. Bild: Nathalie Kolb/ Bayerische Staatsforsten. 

Laich im Weiher

Laich im Weiher. Bild: Schweimanns.