26. März 2026, Nürnberg/Wendelstein – Der Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten informiert über eine Reihe von derzeit laufenden Wald- und Infrastrukturarbeiten im Forstrevier Wendelstein.

 

Anlass ist die wegen Bauarbeiten bis Juli 2026 geplante Stilllegung des Bahnverkehrs auf der Strecke Nürnberg–Regensburg. Die vorübergehende Sperrung nutzt der Forstbetrieb für eine Durchforstung inkl. Verkehrssicherungsarbeiten entlang der Bahnstrecke. Bei laufendem Streckenbetrieb wäre dies nur mit erheblichem Aufwand möglich.

 

Arbeiten entlang der Bahnlinie

Durch die vorübergehende Sperrung können aktuell verkehrsgefährdende Bäume entlang der Bahnlinie gefahrlos entfernt werden. Parallel nutzt der Forstbetrieb die Gelegenheit, angrenzende Waldflächen zu durchforsten. Ziel ist es, die Entwicklung klimatoleranter Baumarten wie Buche und Tanne zu fördern. Hierzu wird der Bestand gezielt aufgelichtet, um die Pflanzung dieser Baumarten vorzubereiten.

 

Auch im angrenzenden Privatwald finden derzeit Holzerntearbeiten statt. Zudem hat die Deutsche Bahn Fachunternehmen mit der Erweiterung des Lichtraumprofils beauftragt. Dazu wird Bewuchs, der sich in Richtung Bahnlinie entwickelt hat, zurückgenommen und temporär auf Haufen geschichtet.

 

Auf der Bahnstrecke selbst erfolgen verschiedene Bauarbeiten. Die beauftragten Unternehmen nutzen zur Materialzufuhr teilweise die Forstwege der Bayerischen Staatsforsten, die bei nasser Witterung zwangsläufig in Mitleidenschaft gezogen werden. Nach Abschluss aller Arbeiten werden entstandene Schäden an Forst- und Wanderwegen sukzessive beseitigt.

 

Rückeweg „Spannerschlag“: Ertüchtigung für Holzernte

Ein zugewachsener Rückeweg vom Ortsrand Feucht durch die Abteilung Spannerschlag muss für die Holzerntearbeiten ertüchtigt werden. Dazu gehört:

 

  • Erweiterung des Lichtraums, um die Befahrbarkeit mit Forstmaschinen zu ermöglichen
  • Abtransport des entnommenen Materials und Zwischenlagerung in Form von Haufen am Forstweg
  • Erneuerung zweier alter Durchlässe, die bereits durchgerostet waren
  • Einbau von Schotter im Bereich dieser Durchlässe

Der charakteristische Wurzelweg bleibt überwiegend naturbelassen. Lediglich das etwa 150 Meter lange Endstück wird geschottert, da dort Holz gelagert und zur Abfuhr bereitgestellt wird.

 

Während der Arbeiten kann es zu Beeinträchtigungen kommen. Der Forstbetrieb achtet jedoch darauf, witterungsabhängig zu arbeiten und pausiert bei starker Vernässung. Nach Abschluss der Holzernte wird der Weg wiederhergestellt.

 

Holzeinschlag in der Abteilung Bärenloh bei Wendelstein

Aktuell startet in der Abteilung Bärenloh westlich von Wendelstein nun die Holzernte mittels Stehendentnahme-Harvester. Dabei werden überwiegend Kiefern aus wertvollen Laubholzbeständen oder aus Flächen mit bereits vorhandener Verjüngung entnommen. Die Methode ermöglicht ein besonders verjüngungsschonendes Arbeiten.

Ziel ist die Entwicklung eines klimastabileren Mischwaldes, der den erwarteten Klimaveränderungen langfristig besser standhält. Während der Arbeiten kommt es aus Sicherheitsgründen zu Wegesperrungen. Das eingeschlagene Holz wird zeitnah abgefahren. Anschließend werden die Forstwege zeitnah wiederhergestellt.